Anleitung zum Glücklichsein

Alle, die mein Buch „Dein Herz darf leuchten“ gelesen haben, wissen, dass es mir Anfang des Jahres nicht so gut ging. Heute, wo ich klar erkennen kann, wieso es so war, möchte ich näher darauf eingehen.

Was war passiert?

Nun, wie schon öfter in meinem Leben, bin ich Menschen hinterher gelaufen, weil ich dachte, dass deren Wiese grüner ist als meine eigene. Es gibt im spirituellen Bereich einige Menschen, die verkörpern, dass alles Licht und Liebe ist. Ein Zustand des immerwährenden Glücklichseins. Den wollte ich natürlich auch erreichen. Und so übernahm ich schrittchenweise, völlig unbewusst, Wahrheiten, die nicht zu mir passten. Ich war Anfang des Jahres an einem Punkt, wo ich merkte, dass ich begann, meine unschönen Gefühle zu verdrängen, indem ich mir alles schönredete. Ich fühlte mich total unecht und verbogen. Eigentlich dachte ich, diese Lektionen des Lebens hinter mir zu haben. Haja…

Ich bin ein Mensch

Ja, genau. Ich bin nicht Gott, ich bin nicht Jesus, ich kann auch nicht übers Wasser gehen und lebe auf dieser Erde. Und so langweilig es sich auch anhört: Ich bin ein Mensch. Was ich allerdings wohl glaube: Dass ich Göttlichkeit in mir trage, die nach außen wirken darf. Viele sprachen davon, in eine neue Dimension aufzusteigen, in der es nur noch Liebe gibt, alles im Frieden sei, usw. Und so kehrte auch ich eine Zeitlang alles unter das Mäntelchen der Liebe ohne zu verstehen, was ich da tat. Was ich damit unbewusst getan habe? Ich habe die Dualität versucht auszublenden.

Was bedeutet Dualität?

Es gibt sie, diese Gegenpole. Jede Medaille hat zwei Seiten. Wer sich auf Liebe einlassen will, darf auch dem Hass ins Auge schauen. Wer die Fülle des Lebens kennenlernen möchte, wird auch den Mangel kennenlernen. Wer Selbstverantwortung übernimmt, wird auch Abhängigkeit kennen. Ich könnte an dieser Stelle noch viel aufzählen. Ich hatte für mich verstanden: Es geht nicht darum, die Dualität auszublenden, sondern sie anzunehmen. Sie ist da und wenn ich sie versuche, sie zu verdrängen, kann es sein, dass ich eines Tages böse erwache.

Erkenne an, was ist

Nachdem ich das erkannt hatte, stellte ich mich auch meinen unschönen Gefühlen wieder, die ich ja nicht mehr haben wollte. Aber sie waren da. Mir ging es zwar dann erstmal nicht so gut, aber ich fühlte mich wieder echter. Näher bei mir selbst. Tränen durften sein, aber ich wusste: Gefühle kommen und sie gehen auch wieder. Ich hatte also anerkannt, dass es so ist wie es ist. Ohne ein Drama daraus zu machen.

Glücklich sein

Wenn ich nun auf das erste halbe Jahr zurückblicke, so kann ich sagen: Wieder eine Schicht gelöst. Wir Menschen sind wie Zwiebeln. Schicht für Schicht wird abgelegt. Und dann glaubst du, endlich am Kern angelangt zu sein und plopp – klopft die nächste Schicht an und will gelöst werden. Keine Ahnung, ob das irgendwann aufhört. Das einzige was ich weiß: Ich muss nicht alles gelöst haben, um glücklich sein zu dürfen. Das erlaube ich mir jetzt schon. Der Sinn des Lebens ist ja schließlich LEBEN.

Hast du nicht auch Lust dazu?

Herzensgrüße
Kerstin
www.Autorin-mit-Herz.de

6 thoughts on “Anleitung zum Glücklichsein

  1. Viola

    Tja… die liebe Zwiebel… ich kann Dir so gut nachempfinden, was Du im letzten halben Jahr gefühlt und erlebt hast! Mir ging es da sehr, sehr ähnlich! Es fühlt sich einfach nicht echt an, wenns einem total bescheiden geht, zu sagen…. ok, das muss so sein, weil auch das ein liebevoller Teil des Lebens ist, eine liebevolle Lernaufgabe….. aber wenn ich mich doch sooooo bescheiden fühl, dann will ich das nicht mit einem Lächeln hinnehmen und so tun, als ob es das normalste der Welt wäre, dass es mir grad so geht, und dass alles in Liebe gehüllt und vollkommen ok ist! Irgendwann fing ich an zu fluchen und zu schimpfen….. es flossen jede Menge Tränen! Damit wars dann aber auch vor kurzem wieder vorbei. Ich werde wieder ruhiger, sanfter mit mir selbst! Ich hab erkannt, dass auch diese fluchende und schimpfende Seite, ein Teil von mir sind, und dass ich damit niemandem schaden muss, wenn ich mir erlaube, diese Seite mal ans Tageslicht zu befördern. Es war sehr intressant zu erleben, was alles in mir passiert, wenn ich das alles mal rauslass. Auch ich fühle mich wie eine Zwiebel… die eine Haut ist trocken und spröde geworden…. es darf jetzt eine neue Schicht nach Aussen kommen. Einen kleinen Teil des Weges,der jetzt vor mir liegt, kenn ich, doch den grösseren Teil des Weges kenn ich nicht! Es ist spannend! Ich habe erst kürzlich einer Freundin geschrieben ……. Ich liebe mein Leben, auch wenns bissl chaotisch ist….oder gerade deshalb! 🙂 <3
    Tja liebe Kerstin…. und dann kam Dein Buch! <3 DEIN HERZ DARF LEUCHTEN <3
    Ich habe so viele Tränen geweint! Heilsame Tränen! Ich hab so manche Geschichte drei- viermal gelesen! Jedes Mal kamen wieder andere Gefühle hervor, hatte ich Erkenntnisse und absolute Aha-Erlebnisse! Du hast mit Deiner wundervollen Art zu schreiben, mein tiefstes Innerstes berührt! Ich habe mich in jeder Deiner Geschichten wiedergefunden. Es war immer ein Teil, der auch mich "betroffen" hat, dabei! Eines Deiner Bücher, ich hab sie alle 🙂 , ist immer dabei, wenn ich unterwegs bin! Wenn ich jetzt demnächst auf Reha gehe, kommen sie alle mit! 🙂 Sie sind für mich liebevolle, autenthische Begleiter, für jeden Tag geworden!
    Dank Dir dafür!!!! <3
    P.S.: Das Titelbild zu Deinem Text hier, lässt mein Herz aufgehen! Ich liebe Frösche <3 🙂

    • Holladiho, liebe Viola.
      Danke für deine Offenheit!
      Ich freue mich grad.
      Im Herzen nah…

    • Tanja

      besser kann man es nicht erklären, vielen Dank, es hat mir wieder ein Stück die Augen geöffnet.
      Auch ich war eine Zeitlang so ein klein bischen auf dem Holzweg indem ich alles nur schön geredet habe. Jedes Ereignis, jede Emotion, ich hab mich nicht mehr getraut auch mal sauer oder auch eingeschnappt zu sein. Zu lernen dass auch solche negativen Emotionen zu mir gehören und diese anzunehmen ist nicht einfach, aber letztendlich unheimlich befreiend.

      Schön dass wir darüber gesprochen haben <3

  2. Namer Anita

    Liebe Kerstin,
    ich hab mich grad sooooo in deinem Text wiedergefunden.
    Spontan fiel mir da ein Text ein, den ich vor kurzem schrieb:

    Ich liebe und ich hasse mich.
    Wenn ich an den Tagen,
    an denen ich mich hasse,
    tief in mir spüre,
    dass ich die Liebe zu mir immer wieder finden werde
    und wenn ich an den Tagen,
    wo ich mich liebe,
    tief in mir spüre,
    dass der Hass ebenso zu mir gehört,
    dann bin ich ganz.

    Ich liebe und ich hasse dich.
    Wenn ich an den Tagen,
    wo ich dich hasse,
    tief in mir spüre,
    dass ich die Liebe zu dir immer wieder finden werde
    und wenn ich an den Tagen,
    wo ich dich liebe
    tief in mir spüre,
    dass auch der Hass dazu gehört,
    dann können wir miteinander leben.

    © A. Namer

    …und ich erlebe wieder, wie viel Spaß es macht…ein kleines Stückchen mehr „ganz zu sein“…

    Von Herzen liebe Grüße
    Anita

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