Ein Überraschungsgast war da!

Gestern abend, auf unserem ersten gemeinsamen Auftritt, hatten wir einen Überraschungsgast. Meine Mutter war sowieso angemeldet und Martina, die die Anmeldungen für uns übernommen hatte, meinte gestern abend zu mir: „Deine Mutter bringt wohl noch jemanden mit.“ Ich hab dann gedacht: Ach, das ist bestimmt eine Kegelfreundin oder so.

Und dann kam sie – die Überraschung des Jahrhunderts: PAPA! Wieso das für mich überraschend war? Nun – ich weiß, dass er mit Kunst im Allgemeinen nicht viel anfangen kann. Und noch ein paar Faktoren spielten da ne Rolle, dass ich seinen Besuch sehr schätzte.

Jedenfalls kam er nach dem Auftritt zu mir und nahm mich in den Arm. Ich spürte, dass er mir damit etwas sagen wollte. Und ich wusste ganz genau, dass ich eine Mail haben werde, wenn ich heim komme. Kenne meinen Papa ja schon länger und weiß, dass er sich schriftlich am besten ausdrücken kann. Irgendwoher muss ich es ja haben. 😉

Ich möchte nicht die ganze Mail kopieren, weil sie sehr persönlich war, aber einen Satz zeige ich euch: „Die wichtigste Erkenntnis dieses Abends war jedoch, das wir BEIDE viel, viel näher zusammen sind, als ich es selbst in 40 Jahren gedacht hätte.“

Was die Mail mit mir gemacht hat? Nun, vor Jahren noch wäre ich wahrscheinlich vor Freude an die Decke gegangen, weil ich mir genau das mein halbes Leben lang gewünscht habe. Anerkennung und Stolz von meinem Vater! Für das, was in meinem Herzen brennt. Diesen Wunsch hatte ich jedoch irgendwann in den Mond geschossen, weil ich verstand, dass es meine Aufgabe ist und nicht seine. Ja, und gestern war es anders. Ich war eh erfüllt vom Abend, in einer ungewöhnlichen inneren Ruhe. Zufriedenheit machte sich breit. Und die Mail war wie die Sahne auf dem Eisbecher, aber eben nicht mehr das Eis.

Wie schrieb ich gestern abend noch einer Vertrauten: Das allerschönste für mich am heutigen Abend war, dass ich einfach ich sein durfte. Obwohl Mama und Papa da waren. Ich habe mich nicht verstellt. Keine Rollen mehr. Ich war einfach ich. Das zu spüren, war mein größtes Geschenk an mich selbst.

Gelassene Grüße
Kerstin
www.Autorin-mit-Herz.de

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