Was hat das Denken über Flüchtlinge mit uns selbst zu tun?

Eigentlich wollte ich zu dem Flüchlings-Thema nichts schreiben, weil ich politisch kein Ass bin. Aber … ich bin ein Mensch, der gerne hinter die Fassade blickt.

Ich persönlich mochte Ausländer schon immer. Fragt mich bitte nicht, wieso – ich weiß es nicht. Und wenn mir Menschen begegneten, vor allem in meinem direkten Umfeld, die GEGEN Ausländer waren, war mir das suspekt. Ich konnte es nicht verstehen, respektierte es aber. Genauso war es jetzt bei dem Flüchtlingsthema. Ich sah da irgendwie kein Problem. Für mich sind sie hier in Deutschland herzlich willkommen. Aber es gab und gibt Menschen, die machen ein Drama daraus. Sie beschimpfen sie als Dreckspack, usw.

Und dann hab ich mich gefragt, wieso das so sein könnte.

Jeder, der meine Bücher gelesen hat, weiß, dass ich ein Fan davon bin, vor der eigenen Haustür zu kehren. Deshalb glaube ich, wenn wir den Flüchtlingen (oder auch anderen Menschen) mit Hass und Widerstand begegnen, so ist es unser eigenes Thema, welches da aufploppt.

Was wäre, wenn Menschen, die gegen Flüchtlinge sind, einfach nur an eine schmerzhafte Situationen erinnert werden, die sie selbst erlebt haben?
Wenn sie einmal Hilfe benötigten, aber keine erhalten haben?
Wenn sie sich ausgegrenzt fühlten?
Wenn sie mal im Stich gelassen wurden?
Wenn sie auf der Flucht vor sich selbst, Gefühlen oder einem Menschen waren und Angst hatten?
Wenn sie glauben, nicht gut genug zu sein und denken, andere könnten ihnen etwas wegnehmen?

Für den ein oder anderen mag das nun weit hergeholt sein. Aber wenn jemand GEGEN etwas ist, wo ich DAFÜR bin, oder auch umgekehrt, dann muss das mit der persönlichen Geschichte zusammenhängen, denn sonst wären wir gleicher Ansicht.

Deshalb möchte ich hiermit auffordern: Verurteile niemanden, deren Geschichte du nicht kennst. Öffne dein Herz und blicke dahinter.

Wir kennen das ja zu genüge von uns selbst. Eine Ablehnung im Außen bedeutet oft nur, dass wir uns schützen wollen, – wenn auch unbewusst.

Es gibt einen Spruch: „Liebe mich dann, wenn ich es am wenigsten verdient habe“. Genau darum geht es. Begegne einem Menschen, der Hass in sich trägt, mit Respekt und Liebe, statt über ihn zu urteilen. Manchmal würden sie gerne anders, aber sie können nicht. Weil sie gefangen sind … in sich. Und das weiß ich deshalb so genau, weil ich selbst auch schon aus einigen inneren Gefängnissen ausgebrochen bin.

Wenn jemand eklig zu anderen Menschen ist, dann ist das ein deutliches Zeichen dafür, dass er sich selbst gerade nicht leiden kann.

So ist zumindest meine Erfahrung mit mir selbst. 😉

In diesem Sinne
Eure Kerstin
www.Autorin-mit-Herz.de

PS: Es gibt übrigens seit gestern wundervoll stärkende Postkarten in meinem >>> SHOP

5 thoughts on “Was hat das Denken über Flüchtlinge mit uns selbst zu tun?

  1. Liebe grüße ich mag ihre Fotos und Sätze wir sind alle Ausländer und vor allem Menschen es macht mich immer traurig das es Stufen von Menschen gibt der eine der nichts hat und um sein Leben kämpft ist Ausländer und asie der andere mit Anzug und gepflegt ist ein echter guter Mensch das schlimme ist die Welt wird sich immer so weiter drehen und menschen so weiter denken und handeln ich bin nur ein keines Licht hinter der sonne das es gerne anders hätte oder ändern würde aber nicht schaffe deswegen wäre ich gerne dann die sonne aber es ist so schön das es menschen wie ich gibt Danke

    • Wie es dich gibt sollte es heißen

    • Wenn viele Lichter zusammen strahlen, werden sie zur wärmenden nährenden Sonne, die alle versorgt. 🙂

  2. Ich möchte diesen Aufruf hervorheben:
    Zitat:“Verurteile niemanden, deren Geschichte du nicht kennst. Öffne dein Herz und blicke dahinter.“
    Weckte in mir die weiterführende Frage, wenn ich die Geschichte kenne, darf ich dann verurteilen? Aber das ist nicht der Grund meiner Antwort.

    Heute morgen kaum wach, zappte ich zu CosmoTV und sah eine Reportage über die Lager, das Leben von syrischen Menschen und Kindern. Ein junger Journalist hatte sich unerfahren auf den Weg gemacht und uns Bilder und Menschen näher gebracht. Mir kommen selten Tränen, aber wenn ich Kinder sehe die rauchend mit einem Schnellfeuergewehr umgehen und sich wie Erwachsene bewegen und reden (Ich ficke die Tochter Assads…), dann schockiert mich das. Es ist so unfassbar für mich wie Menschen anderen Menschen sich so viel Leid antun. Dazu kamen noch Informationen die wir in den Nachrichten gar nicht hören. Eigentlich verhasste Gruppen (IS-Front und Freie Armee), die eine, eine demokratische Regierung als Ziel, die anderen, eine islamisch idealisierte Regierung, kämpfen gemeinsam gegen die IS und andere.
    Eine Mutter mit ihrem Kind auf dem Arm, fleht nicht um Essen, sondern um ärztliche Hilfe… Das Essen und Wasser sei vergiftet, die Kinder krank von Fäkalien und weiß der Teufel was da alles rumliegt. Sie leben zwischen vier Wänden aus Folien im Zelt und haben den Tod im Nacken. Wenn sie dann fliehen und zu uns kommen, dürften sie tiefer gar nicht stürzen. Das Elend das diese Menschen durchlitten, ist so grausam, dass wir alle demütig und dankbar für unsere Situation sein sollten. Gerade weil es uns so gut geht, dürfen frohen Mutes helfen. Wer weiß, wie es bald bei uns aussieht, wenn immer weniger wählen gehen und die Demokartie bei uns am umkippen ist…
    Ich habe in meiner Klasse u.v.a. ein Mädchen kennengelernt. 12 Jahre alt, seit 10 Jahren in Deutschland. Sie und ihre Eltern kamen aus dem Gazastreifen (Palestina) und sie spricht nur deutsch. Sie sind nur geduldet und müssen immer mit Abschiebung rechnen. Mehrmals stand es schon kurz davor. Sie muss so viel im Unterricht ertragen und ist so lieb dabei… Sie lebt mit der Unsicherheit und ihre Eltern auch. Sie scheint in Sicherheit, aber welche Sicherheit bietet ihr Deutschland? Ich kenne mehrere Familien die geflohen sind, früher aus dem Kosovo usw. Jetzt wird ihr Land als sicher erklärt… 21 Jahre lebt der Vater hier, alle seine Kinder sind hier geboren und er bekommt nur Steine in den Weg gelegt. Sei es Termine wegen der Ausweise für seine Kinder; denn da muss er nach Frankfurt fahren. Und mehrmals stand er vor verschlossener Tür. Es würde lange dauern hier meine Eindrücke zu erklären.
    Mein einziger Trost ist die Gewissheit, dass auch die ISIS wie alles im Leben nur eine Welle in diesem Samsara darstellt. Und auch diese Entwicklung einmal vorbei ist. Dann entwickelt sich eine neue – auch grausame – Welle, die uns widerum auf etwas aufmerksam machen wird.
    Mein Wunsch: Vergrößere das Leid nicht.

    • Zu deiner Eingangsfrage: Nein, natürlich nicht – soweit hab ich gar nicht gedacht während dem Schreiben. 😉

      Und zum Rest: Danke!

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