Was das Leben leichter macht

Heute mache ich etwas sehr ungewöhnliches. Ich zeige euch, was ich meiner NLP-Trainerin vor fünf Jahren schrieb, nachdem ich mit Lagerungsschwindel im Krankenhaus lag. Wieso ich das tue, lest ihr ganz am Ende:

Liebe Ingrid,

als ich mit dem Drehschwindel (Störung des Gleichgewichtsorgan im Innenohr) ins Krankenhaus kam, konnte ich relativ schnell (im Vergleich zu früher) die Situation annehmen und mir die Frage stellen, was mich gerade so dermaßen aus dem Gleichgewicht gebracht hat.

Alle Antworten habe ich noch nicht, aber ich habe bereits einiges verändert:

1. MÄNNER

Ich verabschiede mich gerade innerlich von A. und habe ihm auch in einem Telefonat im Krankenhaus gesagt, wie ich mich fühle. Was es mit mir macht, wenn er mich anzieht und gleichzeitig wegstößt. Ich habe Gefühle gezeigt und ausgedrückt. Im ersten Moment nach dem Telefonat dachte ich, dass ICH nun alles verbockt habe, aber ich wusste sehr schnell, dass dies lange fällig war. Viel zu lange schon. Und ich kann keinen auf „gut Freund“ machen, wenn ich fühle und er nicht, was er zwar noch immer nicht klar sagen konnte, aber mein Gefühl sagt mir, dass er zumindest nicht kann, selbst wenn er irgendwie wollte. Und nach einem Jahr bin ich nicht mehr bereit, diese Tür offen zu halten, denn mir geht es damit nicht wirklich gut. Deshalb schließe ich sie erstmal ganz.

2. COACHING

Ich habe, was das Einzelcoaching anbelangt, alles gestoppt. Keine Werbung erstmal. Ich weiß noch nicht genau, wohin mich dieser Weg gerade führt, aber irgendwas sagt in meinem Innersten, dass das noch nicht das Richtige ist. Und dass ich eigentlich nur Coach werden will, weil ich den Coach-Kurs mache. Allerdings habe ich den VHS-Kurs zugesagt – aber erst ab September, weil ich wissen will, was dann in mir geschieht – ob ich lieber mit einer Gruppe arbeite. Denn das ist schon länger in meinem Kopf, aber vielleicht habe ich mir das nicht zugetraut. Ich weiß es noch nicht. Da bin ich derzeit ziemlich irritiert über mich selbst.

3. KREATIVITÄT

Ich merke immer mehr, dass in mir so viel Kreativität steckt, die ich fördern sollte. Ich habe Spass, wenn ich kreativ sein kann. Ich fotografiere für mein Leben gerne, mache inzwischen Postkarten mit eigenen Texten und kann mich dabei entfalten. Gleichzeitig denke ich aber dann, dass es nicht reicht, um damit Geld zu verdienen.

4. BEWEGUNG

Ich gehe nicht mehr walken (was ich ja jeden Abend tat) und auch nicht mehr ins Fitness-Studio, wo ich drei bis vier Mal die Woche aufzufinden war, sondern spazieren. Ganz hundsnormal spazieren. Mit Pausen. Ja, ich genieße diese Pausen. Mehr will ich gerade nicht. Einfach nur mich spüren und wahrnehmen.

5. ERNÄHRUNG

Das Thema, welches nach wie vor, oben aufm Tablett steht und das ist auch das, wo ich jetzt dran bleiben will: Die Ernährung. Nachdem ich ja wusste, dass die Fructose-Intoleranz da ist, verzichte ich weitgehend auf Zucker. D. h. ich esse gerade ziemlich gesund. Mein Körper dankt es mir und schlägt direkt zurück, falls dem nicht so ist … mit Durchfall.

6. EIFEL

Letzte Woche war ich in der Eifel. Ich habe sehr viel mit meinem Patenkind gemacht, war viel spazieren und habe gemerkt, wie gut mir das tat. Natürlich alles langsam. Überhaupt habe ich mich während dem Krankenhausaufenthalt ziemlich alleine gefühlt. Weil niemand da war, außer an einem Tag und dieses Gefühl hatte ich schon ziemlich lange nicht mehr. Mich zieht es in die Eifel mehr denn je, aber ich weiß nicht, ob der Grund gut ist. Du weißt sicherlich, was ich meine.

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Heute, fünf Jahre später möchte ich ein paar Dinge dazu schreiben.

Zum einen erkenne ich, – auch aus meinem Tagebuch der psychosomatischen Klinik 1999, dass es Themen gibt, die ewig brauchen bis sie gelöst sind. Und ich habe irgendwann für mich entschieden: Selbst wenn sie mich bis zu meinem Lebensende begleiten, darf ich glücklich sein. Vielleicht gibt es sogar Dinge, die zu einem gehören und in diesem Leben einfach nur angenommen werden wollen. Ich weiss es nicht. Aber mit dem JA zum Leben geht es mir deutlich besser als mich dagegen zu wehren, was ist.

Ich habe verstanden, dass es darum geht, mich in meiner Unvollkommenheit anzunehmen. Das fällt mir auch heute noch nicht immer leicht, aber es im Bewusstsein zu haben, dass ich Fehler machen darf und ich nicht perfekt aussehen muss, usw. erleichtert es mir, mich zu zeigen, wie ich bin.

Inzwischen lebe in dier Eifel. Mit dem Tag des Umzugs ist mein Schwindel damals verschwunden. Ich lebe jetzt von meiner Kreativität, habe aber nicht des Geldes wegen begonnen. Dazu möchte ich euch diesen Zeitungsartikel zu lesen geben, der 2014 bei uns im Wochenblatt erschienen ist:

2014 02 18 Wochenspiegel

Warum ich diese Zeilen veröffentliche? Weil ich denjenigen Mut machen möchte, die an sich selbst zweifeln. Die sich nicht trauen, ihr vernarbtes Herz zu zeigen. Es gibt kein wirkliches Ziel, welches du erreichen musst. Wenn wir LEBEN wollen, gibt es nur JETZT. Genuss ist zu keinem anderen Zeitpunkt möglich.

Es gab also noch nie einen besseren Moment als diesen, folgende Entscheidung zu treffen:

Ich bin gut so, wie ich bin.

Herzöffnende Grüße
Eure Kerstin

Meine Bücher gibt es übrigens auch alle handsigniert in meinem SHOP.

In meinem neuen Buch „In 5 Schritten zu mehr Lebensfreude“ gehe ich auf diese Themen noch viel detaillierter ein. Es ist wohl das autobiografischste Buch, welches ich  geschrieben habe. Es wird voraussichtlich im Oktober erhältlich sein.

 

2 thoughts on “Was das Leben leichter macht

  1. Vielleicht gibt es sogar Dinge, die einfach zu einem gehören und in diesem Leben einfach nur angenommen werden wollen.

    Wie meinst du das, sie gehören zu dir? Ich frage aus einem bestimmten Grund, den ich weiter unten erkläre.
    Wie wäre es, wenn die Dinge zu deiner Geschichte gehören, du aber nicht die Geschichte bist, sondern etwas was die Geschichte erlebt?

    […] usw. erleichtert das Zeigen im Außen.
    Denn wenn wir wirklich LEBEN wollen, gibt es nur JETZT. Genuss ist zu keinem anderen Zeitpunkt möglich.

    Wie kann es ein Außen geben, wenn ich im JETZT bin?
    Kann ich etwas genießen im JETZT?
    Lebt sich DAS Leben nicht von allein? Können, sollen wir es stören?

    Ich frage dich so intensiv, weil ich dich zu verstehen glaube und dennoch einen Widerspruch zwischen deinen Worten und deinen Gefühlen spüre. Und, deine Überschrift „Was das Leben leichter macht“.
    Mein Bild was ich meine ist, DAS Leben ist das Meer und sämtliche Erscheinungen oder Gefühle sind die Wellen an der Oberfläche. ISIS, Hunger, Krieg, Flüchtlinge… sind Wellen (Samsara) sie kommen und gehen. Sind wir das, oder er:leben wir das?
    Hilfe, Ehrenamt, schenken, Liebe… sind Wellen (Samsara) sie kommen und gehen.
    Sind wir das, oder er:leben wir das?

    In der Regel indetifizieren wir uns mit unseren Gedanken. Da Gedanken und Gefühle nicht trennbar sind möchte ich dich Fragen wer bist du ohne deine Gefühle?
    So wie ich mich einmal fragte, wer ich ohne meine Gedanken wäre.

    Was wäre, wenn da etwas ist, was Gefühle erlebt, die wiederum zu deiner Geschichte gehören, du aber nicht die Geschichte bist? LG

  2. Doris Elsheimer

    Liebe Kerstin,
    es gehört schon Mut dazu, öffentlich einen Seelen Streaptease zu machen. All Deine Leser und Freunde, die Dich lieben, wird es freuen, Dich auf diese Art besser kennezulernen. Mehr oder weniger ging oder geht es ja jedem von uns so wie Dir.
    Nicht nur, dass Du und Deine kleinen Bücher (vieeeel besser als ein dicker Wälzer) anregst, das was wir für Probleme halten aus einer anderen Perspektive zu sehen und uns dadurch Mut und Zuversicht gibst – sondern durch Dich stoße ich auf Personen und Bücher, die mich immer weiter in die Welt der „Erleuchtung“ bringen.
    Ich muss immer wieder lachen, wenn ich etwas von Dir lese oder frage mich staunend, warum ich so lange nicht zu diesen Erkenntnissen kam. Da geht dann plötzlich ein kleines Birnchen im Kopf an (leuchtet) und alles wird heller und klarer. Einfach faszinierend!
    Jetzt müssen wir nur noch einen Weg finden, z.B Politiker und Rechte dazu bringen, Deine Bücher zu lesen (lach), damit auch ihnen ein Lichtlein aufgeht.
    Ich denke aber, langsam aber sicher wird der Kreis der „Erleuchteten“ immer größer und Du kannst stolz darauf sein, zum Kreise derer zu gehören, die dazu beitragen.
    Ich war Krankenschwester mit Leib und Seele – ich weiß aber, ich könnte heute meinen Patienten mit Deiner Hilfe noch viel besser helfen. Denn damals war mir noch nicht so klar, dass jede Erkrankung ( Symptom) ein Hilfeschrei der Seele ist. Und als mir das klar war, wusste ich nicht, wie ich diese Erkenntnis meinen Patienten vermitteln sollte.
    Ich könnte mir zum Beispiel auch gut vorstellen, dass Du mit einer speziellen Geschichte von einem Kind, das schlimmes in Syrien (dafür ein Phantasiename) erlebt hat und eine grauenhafte Flucht hinter sich hat – dass Du mit solch einer Geschichte besser helfen kannst als jeder Therapeut in Deutschland. Eine kl. Geschichte, die ihnen zeigt, dass sie das Erlebte ganz besonders stark gemacht hat und sie daher – als Erwachsene – Menschen sein werden, die großes für die Menschheit, Umwelt usw. bewirken werden.
    So ähnlich wie die mutige Schneeflocke, die ich übrigens jedem meiner Großnichten und Großneffen mit ins Leben geben möchte. Es ist halt nur ein Unterschied, ob es unsere meist vererwöhnten und behüteten Kinder betrifft – oder die schwerst traumatisierten Flüchtlingskindern.
    Sorry – war nur so ein Gedanke. Aber wenn das einer kann, dann Du!
    Fühl Dich ganz fest gedrückt!

    Herzliche Grüße
    Doris

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