Leistest du noch oder lebst du schon?

Es gab mal eine amerikanische Universität, die folgende Studie machte. 1500 Abgänger wurden beim Abschluss gefragt, worauf sie sich als erstes konzentrieren werden:

  1. Erstmal viel Geld verdienen, damit sie anschließend tun können, was sie gerne tun würden.
  2. Auf das, was in ihrem Herzen brennt und sie gerne tun, um so herauszufinden, was ihre Berufung ist.

83 % der Abgänger entschieden sich für 1.
17 % der Abgänger entschieden sich für 2.

20 Jahre wurden diese Uni-Abgänger in ihrem weiteren Weg beobachtet und nach 20 Jahren wurde Folgendes festgestellt: Von den 1500 Abgängern waren 101 Millionäre geworden. 98 davon gehörten zur Gruppe B, nur 3 davon gehörten zur Gruppe A.

Dieses Ergebnis spricht Bände …

Für mich konnte ich eins feststellen: Immer dann, wenn ich dem Geld hinterher gelaufen bin, bin ich nicht weit gekommen. Wenn ich jedoch meinem Herzen folgte und vor allem Dinge tat, die manchmal auf den ersten Blick recht absurd klangen, dann taten sich Wege auf, die ich nichtmal ansatzweise zuvor auf dem Schirm hatte.

Wenn ich also tue, was in meinem Herzen brennt, ist das Ergebnis nicht wichtig. Viel wichtiger ist, dass ich nach außen bringe, was raus will. Ungeachtet dessen, ob es auf Resonanz stößt. Es fließt dann einfach, ohne dem Gefühl, etwas arbeiten oder leisten zu müssen. So geht es mir jetzt schon fast drei Jahre und immer noch höre ich dieses Stimmchen in mir, welches sagt: „Nun tu endlich was!“ Es ist zwar sehr viel leiser geworden und manchmal sagt es auch nichts mehr, aber ganz erloschen ist es noch nicht.

Aus der Leistungsgesellschaft auszusteigen, erfordert Mut. Bei mir tat sich Anfang 2015, als ich den Job in der Telefonakquise endgültig an den Nagel hing, ein schwarzes Loch auf. Es war, als wenn ich plötzlich keinen Boden mehr hatte. Das gleiche passiert übrigens vielen, die in Rente gehen. Viel Zeit zu haben, stellt für viele eine Herausforderung dar. So war es auch bei mir. Der Alltag, der sonst so schön eingebettet war in diesem Rahmen der verpflichtenden Tätigkeiten, war von jetzt auf gleich fort. Es muss ein neuer Rahmen geschaffen werden. Dessen sind wir uns aber nicht bewusst. Stattdessen verurteilen wir uns für unsere Faulheit, unser Nichtstun und werden depressiv, weil wir glauben, nichts wert zu sein.

Dazu ein kurzes Video mit Dr. Gerald Hüther, welches wirklich sehenswert ist.

Die größte Herausforderung in den letzten beiden Jahren, seitdem ich gefühlt nicht mehr arbeite, war zu akzeptieren, dass ich so, wie ich bin, ausreiche. Dass ich mich nicht anstrengen muss, um wer zu sein. Dass ich genüge, wenn ich einfach nur bin.

Es gab einen Zeitpunkt, wo ich gesagt habe: „Schluss, aus, Ende! Ich muss gar nichts mehr. Ich muss kein Buch mehr schreiben, obwohl ich Autorin bin und ich muss auch keine Fotos mehr machen.“ Es war so etwas wie ein innerliches Aufgeben der ganzen Erwartungen, die ich selbst an mich richtete und von denen ich glaubte, dass andere sie an mich haben. Ja, ich war sogar bereit, mir wieder einen Job zu suchen, um meine Kreativität „nebenher“ fließen zu lassen.

Und dann gab es nur noch eine Frage:
Was würdest du gerade gerne tun?
Ohne den Blick in die Ferne.
Was würde dich JETZT erfüllen?

Die Antwort kam sehr schnell: Kinder – ich möchte mehr mit Kindern und Jugendlichen machen. Ich liebe es, ihnen genau dieses Gefühl frühstmöglich zu geben: Dass sie gut sind, wie sie sind. Ohne etwas leisten zu müssen.

So ließ ich ein Puppentheater schreinern, schrieb Kinderbücher, die Kinder-Musicals ergaben sich „einfachso“, ich nahm ein Ehrenamt an, usw. Ich richtete meinen Fokus wieder auf die Freude, und zwar ausschließlich. Plötzlich fing „es“ wieder an zu fließen. Nicht nur im Außen, auch im Inneren. Es kamen sicherlich noch andere Aspekte hinzu, über die ich zu einem späteren Zeitpunkt berichte, aber schlussendlich ist der Fokus auf die Freude genau das, was mein Leben lebenswert macht.

An dieser Stelle auch einen Gruß von den Kindern, mit denen ich „Weißt du, wie wertvoll du bist?“ seit Mai einstudiere:


Alle Termine, an denen ich meine Freude dieses Jahr noch teile, seht ihr hier:
www.kerstin-werner.de/termine

Vielleicht begegnen wir uns ja?
Ich würd mich freuen.

In diesem Sinne wünsche ich denen, die gerade in einem solchen Loch hängen, die nötige Hingabe ans Leben und das Vertrauen, dass sie getragen und geliebt werden.

Herzensgrüße
Kerstin

PS: Wenn auch nur virtuell, so möchte ich dir diese Karte gerade gerne als Erinnerung „schicken“.

 

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