Wie gehe ich meinen Herzensweg?

Zu dieser Frage habe ich hinter den Kulissen Menschen interviewt, die genau das tun.
Ihren Herzensweg gehen.

1380271_541258219287701_1172169599_nDer erste ist Manuel Geisendorf. Er ist als Gefühls-Coach tätig. Ich habe ihn über Facebook kennengelernt und er ist mir mit seiner Fanseite Erkennen, Verstehen, Verändern schon recht früh ins Auge gesprungen.

Das, was er schrieb, fühlte sich immer so authentisch und herzensgut an, dass ich nicht lange überlegen musste, als die Idee mit den Interviews in mir reifte, ihn auch um eins zu bitten. Das Headerfoto hat Manuel auf der wunderschönen Insel Lesbos gemacht. Danke, dass ich es einbauen durfte.

Ich wünsche euch nun viel Freude bei diesem Interview mit Tiefgang und Humor.

Manuel, du bist mit 28 Jahren noch recht jung und noch dazu ein Mann. War das für dich immer normal, mit solch spirituellen Themen nach außen zu gehen?

Nein überhaupt nicht. Vor 4 Jahren war ich ein absoluter Kopfmensch. Sogenanntes „Wissen“ war meine Religion. Gefühlsmäßig war ich absolut zu und unantastbar.

Wodurch hat sich das geändert? Du wirkst heute recht offen.

So wirke ich auch nur. 🙂

Nein, in den letzten Jahren hat sich viel geändert und tut es immer noch. Es kam viel zusammen: Ein Bandscheibenvorfall, habe viel Gewicht zugelegt, sollte an der Bandscheibe operiert werden und hab Phasen tiefer Depression gehabt. Ich hatte etliche Aufwecker, von Grippe über ständige Mandelentzündungen, Rückenprobleme, Bänderriss, usw.

Zu der Zeit begegneten mir Bücher, deren Inhalte mir neu waren, mich aber fesselten: Robert Betz, Murphy, Walsch. Auf einmal ergaben viele Sachen einen Sinn. Glauben konnte ich es jedoch noch nicht, da ich das alles für Guru Gerede hielt. Doch all das ließ mich nicht mehr los. Nachdem ich einigen guten Coachs begegnet bin und anfing, meine Gefühle zu entdecken, verschwanden plötzlich die ersten körperlichen Beschwerden.

Es war für mich ein zweischneidiges Schwert. Ich spürte, dass es so nicht mehr weiter ging, aber einfach so ein gefühlvolles Weichei werden – das wollte ich auch nicht. Heute weiß ich, dass es mit Weichei nichts zu tun hat, aber am Anfang war es ein schwerer Weg für mich. Die Ängste waren groß. Doch nachdem ich ein Stück des Weges gegangen bin, zeigte sich für mich, dass mein ganzes Leben schon der Weg genau dorthin war.

Ab da wurde nicht nur das Öffnen meines Herzens, sondern auch die Unterstützung für andere Menschen zu einer klaren Berufung für mich. Ich habe gespürt, dass es nur den einen Weg für mich gibt und es nur eine Frage der Zeit wäre, bis mein Herz mich auf den Weg führt, also konnte ich es auch gleich wagen, ihn zu gehen.

Mich haben sehr sehr liebe und offene Menschen begleitet und tun es heute noch. Irgendwie passte alles zusammen. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich den Weg mehr gegangen wurde, als ihn selbst zu gehen.

Was würdest du aus heutiger Sicht gerne Menschen mit auf den Weg geben, die zweifeln?

Als erstes würde ich ihnen sagen, dass es in Ordnung ist zu zweifeln.

Menschen haben daran gezweifelt, dass die Erde rund ist. Das hat sie aber nicht davon abgehalten, es zu sein.

Wer sich damit gut fühlt, zu zweifeln, dem kann ich keinen Grund nennen, damit aufzuhören. Ich kann ja durchaus an etwas zweifeln und mir trotzdem die Möglichkeit offen halten, dass es funktioniert.

Wenn ich zum Beispiel mit Menschen über Krankheiten spreche und sie daran zweifeln, dass körperliche Symptome verschwinden können, wenn man geistig daran arbeitet, frage ich sie oft, ob die vielen Jahre voller Arztbesuche sie geheilt haben. Die meisten verneinen dies. Die Frage ist, wieso ich etwas nicht ausprobiere, an dem ich zweifle und stattdessen etwas tue, von dem ich seit vielen Jahren die Erfahrung mache, dass es nicht funktioniert. Wer zweifelt, dem kann ich nur empfehlen, seine Erfahrungen zu überprüfen im Bezug zu dem, was er will.

Es gibt Menschen, die sagen, wenn man hart und viel arbeitet, hat man viel Geld und ist glücklich. Wenn ich dann nach vielen Jahren harter Arbeit die Erfahrung mache, dass es so nicht funktioniert, darf ich ruhig auf meine Erfahrung hören und einen neuen Weg einschlagen. Auch, wenn ich diesen noch anzweifele.

Du schreibst täglich wunderbare Texte auf Facebook, die schon vielen Lesern geholfen haben. Bist du dir bewusst darüber, welchen Beitrag du zur Transformation leistest und dass du im Kleinen wirklich Großes bewirkst?

Ist das eine Frage, oder willst du mir schmeicheln? 🙂

Um ehrlich zu sein, rede ich mir mein Wirken oft selbst klein. Doch es gibt immer wieder Momente, wo ich das Strahlen eines Klienten oder eine tolle Geschichte eines Lesers bekomme, die mich daran erinnern, dass das ganze nicht nur Freude macht, sondern unheimlich viel bewegt. Mehr und mehr kann ich selbst sehen, was es bewirkt, auf sein Herz zu hören. Ich bin immer wieder berührt und fühle mich geehrt, dass mir mein Herz mich in diese Richtung führt und ich so eine wahnsinnig tolle Aufgabe habe.

Das war eine Frage. Aber schmeicheln wollt ich dir natürlich auch. 😉

Ich habe mitbekommen, dass du kürzlich deinen ersten Vortrag gehalten hast.
Magst du uns etwas darüber erzählen?


Mein „erster“ ist nicht so ganz richtig. Ich habe vorher schon einmal den ein oder anderen Vortrag gehalten, aber damals fühlte es sich nicht richtig rund an und lief auch nicht so, wie ich es wollte.

Danach habe ich lange nichts gemacht, da ich viele begrenzende Gedanken hatte. Ich müsse erst einen passenden Raum haben, erst mindestens 20 Leute die kommen und müsse einen Preis im Kopf haben usw. Also hab ich erstmal eine Weile nichts gemacht, aber alles in mir hat immer lauter geschrien, ich solle endlich loslegen. Ich habe schon oft festgestellt, dass viele erfolgreiche Menschen in der Garage angefangen haben, z.B. Bill Gates, einer der finanziell erfolgreichsten Menschen der Welt. Dass wir eine geräumige Garage haben, ist mir aber irgendwie nie aufgefallen.

Irgendwann hab ich dann die begrenzenden Gedanken mal über Board geworfen und einfach mal irgendwas geplant und es waren auch gleich 10 liebe Menschen da, die hören wollten, was ich zu sagen hatte. Das war jetzt mein erster Vortrag als Gefühls-Coach und es hat mir riesig Spaß gemacht.

Ich spreche sehr intuitiv, weswegen es mal 1-2 Hänger gab. Vermutlich hätte ich selbst einiges zu bemäkeln gehabt, doch die Teilnehmer haben durch die Bank tolles Feedback gegeben. Eine Vision von mir ist es, viele Menschen gleichzeitig zu erreichen, große Vorträge und auch Seminare zu machen. Wer weiß, wo mein Herz mich hin führt. Jedenfalls wird es jetzt erstmal in der Garage weiter gehen und ich freue mich riesig darauf.

Ja, wer kennt sie nicht, diese begrenzenden Gedanken, die einen gerne abhalten. Danke für diese kleine Geschichte von dir. Es gibt viele Menschen, die in diesen Begrenzungen steckenbleiben und den Mut nicht finden, auszubrechen. Was würdest du ihnen gerne sagen wollen?

Ich stelle gerne die Frage, ob sie bereit sind, das Leben, was sie führen, bis in die Unendlichkeit zu projizieren. Ich empfehle grundsätzlich, nicht davor zu scheuen, sich Unterstützung zu suchen. Ich weiß nicht, ob ich jemals den Mut gehabt hätte, aus alten Mustern auszubrechen, wenn es keine Menschen an meiner Seite gegeben hätten, die mich unterstützt, geführt und begleitet hätten.

Es gibt viele gute Therapeuten und Coachs, Gruppen, Gemeinschaften, Familien und Freunde, die einen stützen und begleiten können. Ich kann nur immer wieder sagen: Wer ein Leben in Angst führen will, den werde ich nicht davon abhalten. Der Körper und das Leben selbst werden diese Aufgabe übernehmen. Ich bin dafür da, den Leuten zur Seite zu stehen, wenn sie etwas verändern wollen, aber auf die Idee müssen sie schon selbst kommen.

Eine abschließende Frage hätte ich noch:
Welche Erkenntnis hat dich in deinem Leben am meisten voran gebracht?


Auf die Frage könnte ich so viele Antworten geben.
Wer will bewerten, ob die eine Erkenntnis wichtiger war als eine andere?


Doch es gibt 2 Erkenntnisse, die ich gerne herausstellen möchte: Die Erkenntnis, dass meine Seele permanent durch meine Gefühle zu mir spricht. Und die Erkenntnis, dass das Leben, so wie wir es erfahren, auf der Dualität aufbaut und es nichts geben kann, ohne sein Gegenteil. Wenn ich genauer drüber nachdenke, ist das Anerkennen dieses Gesetztes der Dualität das, was mir am meisten die Augen geöffnet hat. Es hat mir geholfen, mich, das Leben und alles, was es gibt, in einem anderen Licht zu sehen und allem mehr und mehr mit Liebe und Verständnis zu begegnen.

Ich danke dir sehr für deine Fragen, die mir selbst noch einmal mehr die Möglichkeit geboten haben, Antworten in mir zu finden und auszudrücken. Ich wünsche dir, mir und allen Lesern alles Liebe und danke dir und den Lesern für ihre Zeit und ihr Interesse an meinen Worten. Sollten noch Fragen da sein, einfach melden. 🙂

Herzlichen Dank Manuel, dass du dir die Zeit genommen hast, auf meine Fragen einzugehen. Ich denke, in deinen Antworten wird sich so manch einer wiederfinden können. Ich tat es jedenfalls. 🙂

Wer Manuel begegnen möchte, ist herzlich eingeladen, seine Seiten zu besuchen:

1. Facebook: Erkennen, Verstehen, Verändern
2. Homepage:  www.manuel-geisendorf.de

Herzensgrüße
Eure Kerstin
www.Autorin-mit-Herz.de

Mich dürft ihr natürlich auch gerne auf Facebook besuchen:
www.facebook.com/WerKer

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

You may use these HTML tags and attributes:

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>